„STEIGER“ ist eine künstlerische Intervention, die den Besucher in Brügge näher an das Wasser heranführt. Indem der Besucher dazu eingeladen wird, den Steg zu betreten, verändert sich seine Perspektive. Mit der Wasseroberfläche als Träger für drei bildende Kunstinterventionen und durch einen Dialog über das Wasser bietet STEIGER eine neue Perspektive auf die Stadt.
STEIGER ist ein provisorischer Steg entlang der Coupure, auf Höhe der Predikherenbrücke. Die Konstruktion fällt vom Kai aus sanft zur Wasseroberfläche ab und führt den Besucher auf eine Ebene, die nur selten betreten wird. Der Steg ist statisch verankert und macht so auch die Schwankungen des Wasserstands der Kanäle sichtbar. Am Fuß des Stegs liegt ein Boot vor Anker.
Im Wasser sind drei Kunstwerke integriert. Eine verchromte Boje von Joëlle Tuerlinckx schwimmt in der Mitte des Gewässers und spiegelt die Umgebung in einer sich ständig verändernden Reflexion wider: die Fassaden, den Himmel, den Passanten. Entlang des Kais kippen Schubkarren von Willem Boel immer wieder Wasser zurück in die Kanäle – eine rhythmische Geste, die den zufälligen Passanten dazu einlädt, den Blick wirklich auf das Wasser zu richten. Versteckt unter der Wasseroberfläche tauchen von Zeit zu Zeit die Tentakel von „Hydra“, einer Skulptur von Zoro Feigl, auf. Die drei Werke laden den Besucher dazu ein, das Wasser auf eine Weise zu betrachten, die nicht selbstverständlich ist. Sie bilden zudem die Ankerpunkte für eine zweite Ebene des Projekts: den Dialog.
Am Steg liegt stets ein kleines Boot vor Anker. Zu verschiedenen Zeitpunkten lädt Peter Aers Anwohner und Besucher ein, mit ihm aufs Wasser hinauszufahren. Während dieser Bootsfahrten kommen sie ins Gespräch über die Rolle des Wassers im Lebensumfeld der Teilnehmer. Wie betrachtet man eine Stadt, die man kennt, wenn man sie vom Wasser aus betrachtet? Was ändert sich, wenn sich Ihr Blickwinkel buchstäblich verschiebt? Die drei Kunstwerke im Wasser spielen dabei eine aktive Rolle: Sie lenken den Blick, regen zum Gespräch an und lassen das Vertraute fremd erscheinen.
STEIGER soll kein rein dekorativer Eingriff in das Stadtbild sein. Das Projekt sucht die Interaktion mit der Wasseroberfläche und der Art und Weise, wie sich Brügge darin widerspiegelt. Nicht, indem es Ihnen vorschreibt, was Sie sehen sollen, sondern indem es Sie näher an das Wasser heranführt.
Gemeinsam noch klüger. „Waterwijs*“ und das „Reiefestival“ schließen sich zusammen und rücken die kleinen Flüsse ins Rampenlicht. Denn eine Stadt, die klug mit Wasser umgeht, ist eine Stadt, die lebt – heute und morgen. Unter dem Motto „Strom“ erkunden wir das Wasser auf vielfältige Weise – wie sehen Sie das Wasser?
Gemeinsam mit Partnern wie Waterland vzw investieren wir in Projekte, die dem Wasser wieder einen Platz im Herzen unserer Stadt einräumen.
*„Waterwijs/Blue4Green“ ist ein Projekt der Stadt Brügge, das im Rahmen der „European Urban“ Initiative in enger Zusammenarbeit mit Waterland, De Vlaamse Waterweg und Farys, iFLUX, Kytos, Universität Gent und Sumaqua.
