KIOSK

Te Jong Te Laet

  • Fr, 4. Sep16:00 - 20:00Kostenlos
  • Sa, 5. Sep11:00 - 13:00Kostenlos
  • Sa, 5. Sep14:00 - 17:00Kostenlos
  • Sa, 5. Sep18:00 - 20:00Kostenlos
  • So, 6. Sep11:00 - 13:00Kostenlos
  • So, 6. Sep14:00 - 17:00Kostenlos
  • So, 6. Sep18:00 - 20:00Kostenlos

Mit „KIOSK“ präsentieren Te Jong & Te Laet einen Eisstand als Ausgangspunkt für einen Audio-Spaziergang durch die vergessene Entstehungsgeschichte von Brügge. Von mittelalterlichen Piraten und Schmugglern bis hin zur Hausbesetzerbewegung der 1970er Jahre und den Aktivisten von heute: Brügge erweist sich als eine Stadt mit einer reichen, aber oft unbekannten Gegenkultur. In welcher Beziehung steht der Widerstand zur Stadt? Welche Spuren bleiben zurück? Und wie lebt diese Erinnerung weiter? Diese Fragen haben Te Jong & Te Laet in eine Legende über eine vergessene Gegenbewegung umgesetzt: Geschichten von Stimmen aus dem Untergrund, die sich gegen den vorherrschenden Kanon auflehnen. Anhand von Aussagen von Anwohnern, lokalen Organisationen und Archivrecherchen bringen die Macher diese verborgenen Geschichten ans Licht.

Die Hauptrolle spielt das Eis: Wasser, das sich weigert, mitzufließen, und sich in fester Form widersetzt. So wird Eis zum Symbol für erstarrte Geschichte und verborgene Gegenkräfte. Vielleicht bewahrt es sogar kleine Überreste der Vergangenheit, die – genau wie Fossilien aus der Eiszeit – wieder zum Vorschein kommen könnten?

Für die Inszenierung errichteten die Macher einen Eisstand im Arentshof. Von dort aus begeben sich die Besucher mit einem Eis in der Hand auf einen Audio-Spaziergang durch ein verborgenes Brügge. Während Touristen den bekannten Routen folgen, bildet die Zuhörergruppe einen unerwarteten Gegenstrom. KIOSK lässt Sie die Stadt mit neuen Augen erleben.

Danksagungen

Konzeption und Produktion Te Jong & Te Laet in Koproduktion mit Brugge Plus (Reiefestival) Mit Dank an die Stimmen, Geschichten und Spuren der Brügger Gegenbewegungen, die das Projekt auf seinem Weg mitgeprägt haben

„Te Jong & Te Laet“ ist das gemeinsame Alter Ego von Katinka de Jonge und Liesje De Laet. Seit 2015 bewegen sie sich gemeinsam an den Randbereichen zwischen Kunst und Realität, oft mithilfe von Verkleidungen und vorübergehenden Bündnissen. Nach einigen Jahren der Trennung haben sie kürzlich das Archiv ihrer früheren Zusammenarbeit wiederentdeckt: Kisten voller Objekte, Tonaufnahmen, Fotos, Zeichnungen und anderer vergessener Spuren. Seitdem setzen sie ihren Weg als Archivare ihrer eigenen und der Vergangenheit anderer sowie vergessener Zukünfte fort.

Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen unsichtbare Machtstrukturen, Schattenwelten und Maskeraden. Ausgehend von vertrauten Formen – einer Eisdiele, einem Kiosk oder einem Wellnesscenter – erschaffen sie sinnliche Parallelwelten, in denen das Vertraute langsam ins Wanken gerät. Was zunächst harmlos erscheint, entpuppt sich als voller verborgener Regeln, Fiktionen und neuer Rituale.

Heute untersuchen sie vor allem, wie eine gemeinsame Vergangenheit erneut in Bewegung geraten kann. Was verdient es, in Erinnerung zu bleiben, was darf verschwinden, und was muss erst dargestellt werden, um sichtbar zu werden? In ihren Händen wird das Archiv nicht zu einem Lagerort, sondern zu einem lebendigen Wesen: launisch, vielstimmig und unruhig. Vergessene Stimmen kehren zurück, alte Objekte erhalten neue Rollen, und verschwundene Geschichten beginnen erneut zu sprechen.

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